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#Snibbitzoektinspiratie Besuch der SETT 2025

Wir sind für Inspiration hingefahren, aber mit viel mehr zurückgekommen: neue Ideen, tolle Kontakte und frische Energie, um weiter aufzubauen. Buchstäblich und im übertragenen Sinne.

Die Reise nach Montpellier: Strategischer Blick auf Erlebnis, Positionierung und Design

Ein kreativer Geist steht niemals still. Aber wirklich neue Erkenntnisse entstehen manchmal erst, wenn man bewusst Abstand gewinnt. Das habe ich vergangenen November getan, zusammen mit einer Gruppe von etwa dreißig Unternehmern während einer Inspirationsreise nach Montpellier. Eine Initiative von HISWA-RECRON und Richard Otten, um zu untersuchen: Wie schaffen französische Ferienparks ihre eigene Identität? Was macht sie unverwechselbar? Und wie übersetzt sich das Erlebnis in höhere Wertschätzung und Auslastung? Also kein Urlaub, auch wenn es sich manchmal so anfühlte. Es war vor allem Forschung: zu sehen, wie Entscheidungen, Verhalten und visuelle Sprache in der gesamten Gasterfahrung zusammenkommen.

Die Gruppe bestand aus Ferienparkbesitzern, Marketingmanagern, Konzeptentwicklern, Zulieferern und Vertretern von HISWA-RECRON, France Compagnie und Leisuretalk. Wir besuchten die SETT-Messe sowie mehrere Ferienparks in der Nebensaison. Dadurch konnten wir buchstäblich hinter die Kulissen blicken, wie sie an Erneuerungen für 2026 arbeiten. Gut zu wissen ist, dass in einigen Teilen Frankreichs die Regierung festlegt, wann Parks wegen Überschwemmungsrisiken öffnen und schließen müssen. Dadurch ist die Nebensaison wirklich Nebensaison, mit viel Raum für Bau, Renovierung und Neugestaltung.

Club Farret – Thematisierung als Strategie

Beim Club Farret in Vias-Plage wurde sofort klar: Thematisierung ist hier keine nette Ergänzung, sondern eine bewusste Strategie. Jedes Viertel hat eine eigene visuelle Identität. Farbwahl, Beleuchtung und Materialien sind vollständig auf das jeweilige Gebietsthema abgestimmt.

Einige Elemente waren in meinen Augen von der Platzierung oder Verarbeitung her etwas grob. Aber dadurch, dass die Gestaltung so konsequent durchgezogen wird, lässt sich der Gast voll darauf ein. Wenn man wie ich als Profi von oben darauf schaut, sieht man genau, wie der Park in Zonen unterteilt ist. Jede mit einer eigenen Geschichte und Erwartung. Das funktioniert. Selbst mit Unterkünften, die nicht luxuriös sind, ist der Park schon früh in der Saison ausgebucht.

Delphine Delfin zeigte uns unter anderem die Viertel Marina und Pacific. Gäste können dort von der Terrasse aus buchstäblich mit den Füßen im Wasser sitzen. Die Unterkünfte sind einfach verarbeitet, und genau das erweist sich als ihre Stärke. Geschmäcker sind von Land zu Land verschieden, aber der klare Kurs sorgt für Erfolg.

Blendin Agde – Raum & Ruhe als Premiumprodukt

Blendin Agde geht die Sache ganz anders an. Hier ist Ruhe kein Nebenprodukt, sondern eine bewusste Designentscheidung. Natürliche Materialien, sanfte Farben und gut geplante Sichtachsen schaffen luxuriöse Einfachheit. Der Park fühlt sich weitläufig an, weil sie nicht maximal bebauen, sondern bewusst Luft zwischen den Lodges lassen. Weniger dicht gedrängt bedeutet mehr Qualität und höhere Wertschätzung. Manchmal ist Weglassen die profitabelste Entscheidung.

Was auch sofort auffiel: die vollständig integrierten rollstuhlgerechten Unterkünfte direkt neben dem Parkplatz. Von Anfang an in den Entwurf integriert, statt nachträglich hinzugefügt. Solche Entscheidungen sind ein Aushängeschild für Qualität: funktional, sorgfältig und logisch positioniert. Das hat mich richtig gefreut.

La Dragonnière – Wie ein einziger Eingriff den Unterschied macht

Bei Sandayas Domaine de La Dragonnière sahen wir etwas, das es in den Niederlanden so gut wie gar nicht gibt: eine künstliche Lagune als Erlebniselement. Kristallklares, chlorfreies Wasser, das mit einem sofortigen Resort-Gefühl selbst an einem kühlen Novembertag einen echten Sommer-Vibe erzeugt. Wäre das vielleicht eine schöne Ergänzung für Parks in den Niederlanden, wo Gesetze und Vorschriften ein Standard-Schwimmbad nicht zulassen? Die Lagune zeigt jedenfalls, wie ein einziger starker räumlicher Eingriff einen ganzen Park neu positionieren kann. Es ist unverwechselbar, „instagrammable“ und gleichzeitig funktional.

Auch die Gebietsrenovierungen fielen auf. Neue Unterkünfte mit einem neuen Dachtyp, erhöhter Terrasse und einer Pergola. Ein relativ kleines Upgrade, das eine überraschend große Wirkung hat. Wir haben erst später entdeckt, dass wir im Grunde auf dasselbe Modell wie bei den älteren Einheiten schauten (abzüglich der neuen Elemente).

Eine klare Lektion: Starke ästhetische Entscheidungen und clevere Bauoptionen können einen Park komplett erneuern, ohne dass alles ausgetauscht werden muss.

Sérignan-Plage – Gastorientierung als Markenidentität

Yelloh Village Sérignan-Plage setzt auf eine Form der Gastfreundschaft, die auffällt. In einem wohnlichen Empfangsbereich werden die Gäste mit Zeit und Aufmerksamkeit eingecheckt. Selbst an den geschäftigsten Tagen. Und das bei einem großen Park. Das fühlt sich für den Gast glaubwürdig und persönlich an – ein schöner Start in den Aufenthalt auf einem weitläufigen Gelände mit einem umfassenden Angebot an Einrichtungen.

Der Park ist zudem clever aufgeteilt: ein Textil- und ein FKK-Bereich, beide mit Zugang zu gemeinsamen Einrichtungen wie dem Wellnessbereich. Logische Trennung der Erlebnisse, clevere Nutzung der Kapazitäten.

SETT Montpellier – Strategisches Must-see für Freizeitunternehmer

Jeder zukunftsorientierte Freizeitunternehmer sollte die SETT-Messe eigentlich einmal besuchen. Wer nach vorne schauen will, verschafft sich mit einem einzigen Besuch bereits einen großen Vorteil. Hier sind Trends und Neuheiten zu finden, bevor sie in den Niederlanden sichtbar werden.

Ein Tag Herumlaufen fühlt sich an, als würde man die Entwicklung eines ganzen Jahres auf einmal mitnehmen. Es zeigt messerscharf, was technisch, ästhetisch und kommerziell möglich ist. Und genau dadurch kannst du als Unternehmer viel besser entscheiden, welche Wahl zu deinen Gästen und zu deiner Strategie passt.

Yelloh!

Den letzten Tag begannen wir bei Yelloh!, wo uns Ward Wijngaert Einblicke in das Wachstum hinter der Marke gab. Er erzählte unter anderem vom nahegelegenen Les Petits Camargues. Vier Parks, die einst unabhängig voneinander existierten, sind nun zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Das Schöne ist, dass jedes Viertel seine eigene Identität behalten durfte. Man sieht dort ein historisches Viertel, ein Cottage-Viertel, eine spielerische Zone für Familien und ein Viertel, in dem sich alles um Wasser und Wassersport dreht. Wir waren nicht selbst dort, aber allein die Schilderung von Ward war inspirierend. Indem man jeden Teil seine eigene Geschichte erzählen lässt, erreicht man die Gäste auf mehreren Ebenen. Und hinter den Kulissen profitiert man von der gemeinsamen Stärke, vom Einkauf bis zum Marketing.

Sandaya

Zum Abschluss wurden wir in der Zentrale der Groupe Sandaya empfangen, wo uns Anna Pasco Chamot einen Blick hinter die Kulissen gewährte. Anknüpfend an unseren Besuch in La Dragonnière wurden wir in ihre Zukunftsvision eingeweiht. Sie nannten es als Option, auch in den Niederlanden Fuß zu fassen. Nach diesem interessanten Besuch machten wir noch eine kurze Runde über die Messe. Inspiration sammeln, Gesichter suchen, Gespräche abschließen. Danach war es geschafft: zurück in die Niederlande.

Der Freizeitsektor bleibt eine wunderbare Branche, und diese Reise hat das erneut bewiesen. Vom ersten Moment an herrschte eine Ungezwungenheit in der Gruppe. Kein Konkurrenzdenken, sondern Teilen und Mitdenken. Was siehst du, was sehe ich und was halten wir davon? Das macht so eine Reise wertvoll: Sie setzt etwas in Bewegung.

Wir sind für Inspiration hingefahren, aber mit viel mehr zurückgekommen: neue Ideen, tolle Kontakte und frische Energie, um weiter aufzubauen. Buchstäblich und im übertragenen Sinne.

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